Die Tiere der Welt suchen ihren Superstar !

 

Es sollte ein wunderschönes Fest für alle Tiere der Welt werden. Einladungen wurden rund um den Erdball verschickt, und man bat um eine rege Teilnahme im Zauberwald, der sich im fernen Afrika befand.
Die Aufregung war groß, denn viele waren der Meinung, sie wären talentiert und hätten das Zeug zum Superstar.
Der eine konnte mehr oder weniger singen, der andere tanzen und ein anderer wieder war für seine lustigen Späße bekannt. So hatten alle verschiedene Begabungen und wollten sie auch unter Beweis stellen.
In allen Ländern wurden kleine und große Koffer gepackt, Fahrkarten für Bus und Bahn gebucht, und wer fern ab vom Zauberwald wohnte, sorgte eiligst dafür, einen Fensterplatz im Flugzeug zu ergattern.
Tausende von Tieren, vom kleinen Wurm bis hin zum großen Elefanten, trafen dort am Tag des Wettstreites ein.
Doch wer war nun von all den vielen geladenen Gästen geeignet seinen Beitrag auf der Bühne zu präsentieren?
Man entschloss sich unter den wachsamen Augen und den empfindlichen Ohren der Schiedsrichter alle Anwesenden anzuhören und anzusehen und entschied dann zu allerletzt, wer in die Endausscheidung kam und sich somit den Zuschauern auf der Bühne zeigen durfte.
Das Gerangel war groß, und es flossen viele bittere Tränen unter denen, die von vornherein schon ausschieden, und die ihr Können nun doch nicht unter Beweis stellen durften.
Aber es gab auch Freudentränen, die von elf Tieren unter ihnen geweint wurden, die es letztendlich geschafft hatten und auf der Bühne stehen durften und somit die Chance ihres Lebens bekamen, nämlich eine Star zu werden.
Hinter der Bühne war die Aufregung groß, und unsere elf Kandidaten schmückten sich mit allem was sie hatten.
In der Maske, wo die angehenden Stars geschminkt, gekämmt und gepudert wurden, war ein hektisches Treiben, Kommen und Gehen. Jeder wollte der erste und schönste sein, und alle waren sich jetzt schon sicher, er, nur er alleine wäre der geborene Superstar und der Größte unter allen Tieren.
Als ein lauter und dumpfer Gongschlag erklang, nahmen die Schiedsrichter hinter ihrem Tisch Platz. Das Publikum spendete reichlich Applaus, das Licht wurde gedämpft, der Vorhang öffnete sich, und grelles Scheinwerferlicht erhellte die Bühne. Spannung breitete sich unter allen Anwesenden aus, als die beiden Moderatoren das Publikum begrüßten und den ersten Kandidaten aufforderten, seinen Beitrag vorzutragen.

"Die Show beginnt"



Die Schiedsrichter, auch Jury genannt,
waren für ihre Strenge und Unbestechlichkeit bekannt.
Mit ernstem Gesicht und versteinerter Miene
vergaben sie ihre Punkte,
dort oben auf der Bühne.
Denn nicht ein jeder, der denkt Talent zu haben,
kann das Publikum mit Freude und Geduld ertragen.
Drum müssen die gerechten Noten her,
fließen auch Tränen


Zwei Moderatoren, ein Er und eine Sie,
man geht vor Ehrfurcht gleich in die Knie,
bilden sich ein, es wüsste jedes Kind,
dass sie die einzigen, die „wahren Stars“ hier sind.
Sie geben sich freundlich und verständnisvoll
und finden sich dabei ganz toll.
Verspotten und belachen ihre Kandidaten, die armen Kleinen,
bei soviel Hochmut könnte man nur noch heulen, nur noch weinen.


Der Hase, ganz ehrlich gesagt,
es hat recht gut geklungen,
hat von Liebe, Frieden und Verstand gesungen.
Eine schöne Ballade, ohne viel Schnickschnack von Weltenschmerz,
ja, sein Liedchen erreichte so manches Zuschauerherz.
Er baute auch schöne Bewegungen in seinen Auftritt ein,
sollte das eventuell der Sieger, unser Superstar sein?


Der Löwe so groß und voller Kraft,
wollte nicht seine Zuschauer erschrecken,
er trat als Ballerina auf,
um somit seine Fans zu necken.
Wie eine Elfe hüpfte er hin und her,
alleine das zu ertragen, fiel manchem Anwesenden schon schwer.
Alle mussten so sehr kichern und lachen
und dachten, sie müssten sich ihre Höschen machen.


Das Publikum war ganz betroffen, und leise hörte man`s unken:
„Schaut her, der Affe ist ja blau, ja, der ist total betrunken“.
Er schwankte hin und schwankte her
und konnte vor Albernheit und Lachen,
nicht richtig singen, selbst keinen Purzelbaum mehr machen.


Der Vogel Strauß, du meine Güte,
nähme lieber kein Mikrophon, sondern eine Tüte.
Die kann er sich über seinen Kopf dann stecken
und nicht das Publikum erschrecken.
Bei dem Gesicht, bei dem Getue,
wäre man lieber Zuhause, da hätte man seine Ruhe.
Aber er denkt er ist der Größte und gibt sich selbstbewusst,
will anschließend Autogramme geben und so manchen Siegerkuss.


Der Teddy, mit Monokel und Zylinder,
machte einen auf Charmeur, mehr war wirklich nicht dahinter.
Sein dicker Popo wackelte von rechts nach links,
einer der Zuschauer rief empört: „Hör auf, mir stinkts“!
Ein echter Superstar für wahr,
bewegt sich anders, das war sogar der Jury klar.


Der kleine Hirsch mit viel Talent,
schlug auf zwei Trommeln, die wohl fast jeder kennt.
Was viele als Radau und Lärm erkennen,
wollte er eines besseren belehren,
es einmal hier bei Namen nennen.
Ein toller Rhythmus, ein richtiger Takt,
lässt selbst die größten Zweifler erkennen,
wenn man ein Schlagzeug hört, muss man nicht gleich die Ohren verstopfen,
oder gar in die Ferne rennen.


Das kleine Mäuschen, flink und keck,
wollte es mit großer Stimme versuchen.
Es konnte so für sich, so manchen begehrten Punkt verbuchen.
Doch ihr Stimmchen so zart und fein
hörten nicht alle, deshalb mussten auch Strafpunkte sein.


Der arme Kerl, der nette Elefant,
hat keine gute Stimme, singt also niemand an die Wand.
Doch spielen auf dem Musikkasten
dem perfektem drücken der Bässe und der anderen Tasten,
ließen das Publikum und Jury jubeln und toben,
wollten somit ihren Elefanten loben.
Artig heimste er die Lorbeeren ein und konnte
sich eines guten Platzes im Wettstreit sicher sein.


Der eitle Pfau,
hochnäsig dachte er bei sich,
singen und tanzen, das ist nicht mein Ding
und glänzte allein mit seinem Aussehen und seinem neuen Fingerring.
Wollte nur damit Punkte holen
und somit das empörte Publikum verkohlen.


Das Kätzchen ganz auf Rock`n Roll getrimmt,
hat vorher die Gitarre auf deren Seiten abgestimmt.
Ihr Maunzen und Miauen glich einem Panik Rockgesang,
so mancher Misslaut vor Schmerzen in den Ohren klang.
Sie störte es nicht, machte munter weiter,
ihre Hoffnung galt dem Sprung,
auf die Karriereleiter.


Ein kleiner Vogel, unter den Namen Nachtigall bekannt,
sang in der Nacht sein Lied, ganz leise und allen wohlbekannt.
Seine Stimme stieg zu den Sternen empor,
alle holten Taschentücher zum trocknen ihrer Tränen hervor.
Die Herzen der Jury und vom Publikum weit offen,
sie alle hat die Stimme des Vogels tief in ihr Herz getroffen.

Der Wettstreit näherte sich nun seinem Ende und somit dem Höhepunkt zu, denn die Jury musste nun entscheiden, wer von den Wettstreitern den ersten Platz belegen würde.
Das Publikum hatte für sich schon entschieden. Sie jubelten und trampelten mit den Füßen auf dem Boden und wollten somit zum Ausdruck bringen, dass die kleine Nachtigall ihr großer Favorit sei.
Die Spannung stieg ins Unermessliche als die Schiedsrichter sich erhoben und mit lauter und fester Stimme verkündeten:
„Den ersten Platz belegt die Nachtigall. Sie hat ihr Können mit ihrer schönen Stimme unter Beweis gestellt und ist somit der „Superstar“ unter uns allen“.
Ein riesengroßer Beifall folgte der Entscheidung, und alle ließen den kleinen Vogel hochleben.
Es hat sich wieder einmal herausgestellt, dass nicht nur gutes Aussehen allein, sondern Begabung, Talent, harte Arbeit und auch manchmal Bescheidenheit belohnt werden. Diese Regel gilt nicht nur bei den Tieren, sondern auch bei uns Menschen.
       

Ende

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Dein Kommentar wurde übermittelt.
Er wird freigeschaltet, sobald der Autor diesen geprüft und freigegeben hat. "Anonyme" Kommentare werden nicht veröffentlicht!